Über mich

Ich lernte Linux irgendwann um das Jahr 2005 im Rahmen eines spannenden Projektes bei den Wiener Linien kennen, für die ich damals als Student arbeiten durfte.

Der berufliche Zwang mich mit dem System, von dem ich wohl schon 10 Jahre zuvor auf der Uni einmal gehört hatte, zu beschäftige und die eigene Faulheit trieben mich dazu, mich anfangs in die Bash, grep, awk, vim und sed einzuarbeiten. Mein damaliger Vorgesetzter wollte von mir eine Liste in Form einer einfachen txt-Datei aller Dateien in verschiedenen Verzeichnissen auf seinem Rechner. Na lös das einmal mit Windows… Ich hab einen halben Tag zugebracht, bis ich schließlich die Dateien manuell abgetippt habe. Dann zeigte er mir ein einfaches ls > files.txt auf Linux.

Sein Auftrag, aus mehreren Postscript-Dateien der Ausgabe eines Programmes das für Linux programmiert war, ein PDF zu machen, war dann der Anstoß mich mit der Thematik näher zu beschäftigen. Mein Feuer für Linux begann zu brennen – und brennt bis heute.

Von SuSE 10.1 über Ubuntu Gutsy Gibbon führte mich der Weg zu Debian Lenny, das damals gerade testing war und kurz vor stable stand. Erstmals hatte ich das Gefühl, Herr über meinen Computer zu sein und nicht von dem Ding beherrscht und bevormundet zu werden, wie es mir das damalig verwendete Windows XP vermittelte. Sogleich wagte ich mich an eine Installation von SuSE auf meinem Firmenlaptop. Unerfahren wie ich war verkonfigurierte ich mir mein System für meinen damaligen Wissensstand unreparierbar. Und das gleich mehrmals. Wie von Windows gewohnt installierte ich neu und fürchtete mich davor, alle Software erneut zusammensuchen und installieren zu müssen und dann noch alles Konfigurieren… Email-Accounts in Thunderbird, Lesezeichen in Firefox usw. Doch als ich neu installierte und das noch vorhandene /home wieder nutze, war ich wirklich baff. Ich konnte Thunderbird an dem Stand weiterverwenden, wie er vor der Neuinstallation war. Selbst Openoffice war noch genauso konfiguriert… Das war mir zum damaligen Zeitpunkt ein völlig neuer Umstand und machte mir Linux gleich noch ein Stück sympathischer.

Ich lernte schnell und ich lernte viel. Aus der Aufgabe der Umwandlung von mehreren Postscipts in ein PDF entstand ein Projekt zur Messdatenverarbeitung mit Webfrontend zum Upload der Messdaten und dem betrachten der Auswertungen das in modifizierter Form heute noch im Einsatz ist.

Derzeit sind meine größten privaten Programmierprojekte eine Backupsuite für Debian mit dem neuen BTRFS-Filesystem, das ähnlich Apples Time-machine Snapshots des gesamten Systems lokal macht und diese auf einen externen Datenträger oder einen Backup-Server überträgt. Diese Suite ermöglicht auch den einfachen Zugriff für den User auf alle Snapshots seiner eigenen Daten, das aktivieren und deaktivieren der Snapshot-Intervalle über eine Extension für Gnome3 und ein eigenes fuse-Filsystem.

Weiters entwickle ich mit systemd eine ganze Reihe kleiner eigener Services für die Customisation einer blanken Standardinstallation von Debian. Wenn ich einen neuen Rechner installiere, dann mache ich das schon lange nur mehr mit debootstrap aus einer Live-CD/USB-Stick und nicht über ein Install-Medium.